Samstag, 2. Oktober 2010

Angus Mac Fallon - hinter dem Licht - Gedankentropfen

Mittwoch, 9. Juli 2008 - 17:20 Uhr
Angus Mac Fallon


Mich träumte ich wäre ein irischer Bursche.
Angus Mac Fallon riefen sie mich. Rotes Haar wie Feuersglut und smaragdgrüne Augen of course.
Am Tresen lehnte ich, lässig das Guiness in der Hand und maunzte vorübergehenden Weibern durch den angeklebten Schnäuzer frech hinters Ohr.
Wenn sie grinsten wusste ich, das machte sie umgehend feucht im Schritt und mit der freien Hand gab ich ihnen noch eins hinten drauf, damit sie gleich wussten, was für ein toller Kerl ich doch bin.
Entzückt wendeten sie mir ihre leicht angeröteten Wangen zu, das machte sie billig, so wollte ich sie.
Und auf dem Rückweg waren sie fällig.
Mein irischer Charme bezirzte sie alle, doch ich ließ sie ziehen.
Wusste ich doch, das sie, wenn sie in dieser Nacht ihre Schenkel rieben, an Angus Mac Fallon dachten.
In den nachtdunklen Straßen zu späterer Stunde, hier ein Zwinkern, dort ein Schnalzen und den stolzen einen Pfiff.
Ich war Angus Mac Fallon und keine empörte sich.
Geschmeichelte Blicke und wiegende Hüften.
Einer drallen stieg ich nach, in ein dunkles Treppenhaus.
Wartend hob sie die Kleider und leckte sich lüstern die Lippen.
Ich leckte sie, und biss in ihre wogenden Schenkel, als ich ging brachte sie es selbst schnell zuende.
Der flachbrüstigen saugte ich im Kohlenkeller die Nippel wund.
Die verschleierte Witwe bedankte sich artig, das ich ihr die Backen heiß schlug. Als sie sich an meinen Knöpfen zu schaffen machte ließ ich sie kniend zurück.
Ich war Angus Mac Fallon und sie wollten mich alle.
Am Ende der Nacht sang ich in einem Pub mit den Jungs irische Lieder um Liebe und Krieg.
Bei dem rechten Maß an Guiness können Männer da auch mal kollektiv krokodilstränig weinen.
Das letzte woran ich mich noch erinnern kann:
Der Anblick meines Anklebeschnäuzers, der schwimmend im Glas kreist.
Am nächsten Morgen wachte ich auf, im Genick eine riesige rote Katze namens Shannon.
Was für ein Kater!
Was für eine Nacht!




Mittwoch, 9. Juli 2008 - 16:33 Uhr
Hinter dem Licht


Die Hand die mir den Atem nimmt
öffnet die Tür,
hält mich, führt mich.
Bis an den Rand
oder weiter.
Halt mich, fühl mich, führ mich,
weiter, weiter, weiter.
Dies grausende Sehnen das mich treibt,
weiter, weiter, weiter.
Keine Insel, kein Land in Sicht,
alle Notaggregate abgestellt,
treiben lassen,
den Willen bezwingen.
Aufgeben, weitergehen
Die Arme sinken lassen
kein Kampf, in keine Richtung,
weiter, weiter, weiter.
Ich denke an meinen Vater,
ich denke an Vernunft,
ich denke an das warum,
ich denke an nichts,
ich denke an dich,
ich denke an mich,
ich denke an weitergehen,
fallenlassen, loslassen.
Ich denke an Grenzen,
ich denke an nichts
mehr.
Ich denke ich muss atmen,
aufgeben,
Panik zulassen,
Vertrauen,
ich denke an Angst.
Ich will meine Hände nicht heben,
verschließe die Panik hinter den Lidern,
lass mich weitergehen.
Kein Ende, diesmal nicht,
weiter, lass mich weitergehen.
Ich sollte meine Hände jetzt in deine krallen,
um Gnade flehen, atmen.
Ich hebe meine Hände, presse sie fest auf deine
und will weitergehen.
Ich sehe das Licht, will Wissen
um das dahinter,
Sehnsucht die mich treibt.
Aber du lässt mich nicht,
ich weiß.
Es ist ja auch nur
so ein Gedanke.





Freitag, 4. Juli 2008 - 13:31 Uhr
Gedankentropfen - heute


Berührende Momente
sehr viele in all den Jahren
Bilderfilme
Schuhlöffel mag ich nicht
etwas weckt Erinnerung
an unbedarfte Jugendjahre
die Häuser gehörten uns
und ständig die Faust in der Tasche
draußen treiben Hummeln träge
durch Liliensalbeirosenlavendelduft
tägliche Freude am Wachsen und Blühen
Hundefutter müsste ich kaufen
und Zigaretten
der Kaffee lauwarm
leise, seichte Töne brauch ich heute
„Jetzt möchte ich das du mich liebst“
Ich vermiss dich auf meine eigene Weise
gerade jetzt würde ich gerne mit dir
Hummeln vom Erdbeerkuchen verscheuchen
und einfach träge Gespräche tröpfeln lassen
ein Lächeln über Kaffeebecherränder schicken
die Leichtigkeit des Tages leben
nur wissen wir sind da – Augenblicke
genießen, das Sein, das wir,
das wir jetzt könnten wenn wir wollten
Alltäglichkeit ein Traum
eine Lösung wird sich finden, irgendwann
Bluestrompete
fühl mich gut in mir
ein Tag wie eine zweite Haut
die berührt werden will
Geigenstrichgänsehaut
ich müsste andere Plätze suchen
für die Dinge die dazwischenstehen
Erinnerungsphasenpuzzleteile
der Staub vergangener Tage hindert mich
ich sollte einfach beschwingt wedeln
will deine Augen wandern sehen auf mir
und um mich herum
will Seifenblasen
dir auf der Nase herumtanzen lassen
und Weihnachtsgirlanden um dich winden
ein paar Sommertage hätt ich gerne
vorher noch
irgendwann sagen „Weißt du noch...“



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